Blumen für Balkon und Garten als Nahrung für Bienen, Hummeln und Co
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Hummeln begehen zuweilen Nektar-Diebstahl: Sie beißen sich durch Blüten-Teile um direkt an den Nektar zu kommen. Damit muss sich die dicke Hummel nicht durch oder in die enge Blüte zwängen. Oder ihre Zunge ist einfach zu kurz …

Hummel beim Nektar-Diebstahl

Hummel beim Nektar-Diebstahl

Bild: Eine weibliche helle Erdhummel (Bombus locorum) beim Nektar-Diebstahl direkt am Sporn einer Akelei.

Ein Nachteil beim Nektar-Diebstahl für die Pflanze: Der Nektar, der als Belohnung für eine Bestäubung entwickelt ist, wird ohne Vorteil für die Pflanze „abgestaubt“ oder kurz „geklaut“.

Hummel beim Nektar-Diebstahl

Nektar-Diebe sind meist Hummeln mit kurzer Zunge (Glossa), die an den Nektar nicht herankommen. Bei den Hummeln unterscheidet man nämlich drei Gruppen:

  1. Hummeln mit kurzer Zunge
  2. mit mittlerer Zunge
  3. und Hummeln mit langer Zunge

Für den Nektar-Diebstahl beißen sich gern die Hummeln mit kurzer Zunge mit ihrem starken Mundwerkzeug (Mandibeln) durch den Pflanzenteil mit Nektar. So kommen sie direkt an den energiereichen Saft, den Nektar.

Und ist das Loch erst einmal da, bedienen sich auch andere Insekten. Selbst Wild- oder Honig-Bienen werden dann schon mal zu Nektar-Dieben. Tja, Gelegenheit macht Diebe!
Trotz einladendem Nektar-Abgebot gibt es keinen Vorteil für die Pflanze. Es gibt keine Bestäubung als Gegenleistung. Diess ist dann wohl ganz klar Diebstahl, oder?

Schutz gegen Nektardiebe

Wie so oft in der Natur entwickeln Lebewesen auch Schutz-Mechanismen. Gegen Nektar-Diebstahl sind dies bei Blüten-Pflanzen zum Beispiel Kelchblätter: Unterhalb der Blüte wachsen verstärkte Blätter. Die kann dann auch eine Hummel dann nicht immer durchbeißen.

Honig oder Nektar?

Honig ist der von Bienen gesammelte und verarbeitete Nektar. Hummeln sind also „nur“ Nektardiebe, weil sie direkt den Pflanzen den Nektar klauen. Wer sich dagegen bei Honig-Bienen am Stock bedient, wird regelmäßig Honig klauen wollen.

Kurzformel: Nektar gibt es bei den Pflanzen; Honig gibt es im Bienen-Stock.

Der Unterschied zwischen Honig und Nektar wird allerdings nicht immer ganz genau genommen. So werden zum Beispiel eine ganze Gruppe von Vögeln als „Honigfresser“ bezeichnet. Das aber zu Unrecht: Denn diese Vögel ernähren sich von Pflanzen-Nektar und damit direkt von Blüten. Bienen haben also Honigfresser wohl nicht zu fürchten …

Honig- oder Nektar-Diebstahl: Wer macht was?

Als Nektardiebe kann man wohl nur solche Lebewesen bezeichnen, die eine Blüte ohne Bestäubung um den angebotenen Nektar bringen (und dabei zudem oft die Blüte beschädigen). Nektardiebe können sein:

  • Hummeln
  • Ameisen
  • Käfer

Honigdiebe sind die Lebewesen, die den verarbeiteten Nektar bei den Honig-Bienen „stehlen“. Also sind dies dem Klischee nach insbesondere

UNI-Kiel Vortrag bei der „Nacht der Prof‘s“

Der Professor für Landschaftsökologie, Tim Diekötter hielt im Rahmen der „Night of the Prof‘s“ an der Kieler Uni einen Vortrag, der auch den Nektar- Diebstahl ansprach. Der Titel des Vortrags war

„Pollenpelz, Nektarraub und Samen satt. Biodiversitätseffekte und Ökosystemleistungen in der Agrarlandschaft“

Und hier der Text zum Vortrag von der CAU -Uni-Seite

„Mit 33.268.000.000.000 US$ lag der 1994 erstmals geschätzte Wert der von der Natur bereitgestllten Güter und Dienstleistungen fast zweimal so hoch wie das damalige Weltbruttosozialprodukt. Veränderungen in der Struktur und Nutzungsintensität der Landschaft verändern dieses Potential der Bereitstellung von Ökosystemleistungen. Untersuchungen zu Bestäubung und biologischer Schädlingskontrolle gewähren Einblicke in diesen oft komplexen Zusammenhang von Biodiversität und globalem Wandel. “

Ort war: CAU, Audimax, Hörsaal C + B, D, E 22 Uhr

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